Teil 1 – Schreiben, wenn das Leben dazwischenkommt
Liebe Leserinnen und liebe Leser meines Blogs,
heute melde ich mich nach einer ziemlich langen Pause.
Nicht, weil mir dieser Blog oder das Schreiben an sich egal geworden wären, sondern weil es Phasen gibt, in denen schlicht andere Dinge lauter sind. Zeiten, in denen einem die Tage davonlaufen, in denen privat viel passiert, beruflich ebenfalls, und man abends oft das Gefühl hat, alles geschafft zu haben – nur nicht das, was einem eigentlich am Herzen liegt.
Mittlerweile arbeite ich in Vollzeit, und genau das hat dazu geführt, dass das Schreiben immer wieder auf eine Art Warteliste rutscht. Nicht bewusst, nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil Zeit und Energie eben begrenzt sind. Manchmal fehlt dann auch einfach die Inspiration, oder besser gesagt der Raum, in dem sie sich entfalten könnte. Der Kopf ist voll, aber nicht frei.
Und genau an diesem Punkt möchte ich heute ansetzen.
Denn in diesen Phasen, in denen ich zwar schreiben will, aber merke, dass mir Struktur, Überblick oder schlicht Zeit fehlen, habe ich für mich etwas entdeckt, das mir hilft, den Kontakt zu meinen Projekten nicht ganz zu verlieren: AI.
Ich arbeite dabei sehr gern mit ChatGPT, und ich möchte das bewusst so offen sagen. Nicht, weil es für mich schreibt oder mir Ideen vorgibt, sondern weil es mir beim Planen hilft. Ich war schon immer ein Mensch, der Ordnung im Kopf braucht, bevor eine Geschichte wirklich lebendig werden kann. Ich erstelle Plots, denke Figuren durch, strukturiere Handlungsstränge, manchmal sehr ausführlich, manchmal nur grob, aber fast nie einfach drauflos.
Bevor eine Geschichte atmet, muss sie für mich Sinn ergeben.
Das eigentliche Problem entsteht oft woanders. Ich neige dazu, mehrere Geschichten parallel zu entwickeln. Ideen kommen, neue Konzepte entstehen, alte Projekte rufen wieder nach Aufmerksamkeit, und plötzlich verteilt sich die verfügbare Zeit auf zu viele Baustellen. Das macht den inneren Druck nicht weniger, sondern eher größer, weil man das Gefühl hat, überall gleichzeitig zu kurz zu kommen.
In solchen Momenten ist AI für mich kein Ersatz für Kreativität, sondern eher ein Werkzeug, um Ordnung ins Chaos zu bringen. Ein Ort, an dem ich Gedanken sortieren kann, an dem ich Dinge ausspreche, durchdenke, verwerfe oder neu zusammensetze, ohne gleich schreiben zu müssen. Es ist mehr ein Denkraum als ein Schreibraum.
In dieser Blogserie möchte ich genau darüber schreiben. Darüber, wie ich AI nutze, wo ich klare Grenzen ziehe und warum mir diese Abgrenzung wichtig ist. Darüber, was mir im Schreiballtag hilft und was ich kritisch sehe. Und auch darüber, wie es sich anfühlt, Autorin zu sein, wenn das Leben gerade wenig Platz fürs Schreiben lässt, der Wunsch danach aber trotzdem bleibt.
Das hier soll kein Technikblog werden und auch keine Anleitung dafür, wie man Bücher „mit AI schreibt“. Es ist vielmehr ein persönlicher Erfahrungsbericht, ehrlich, ungeschönt und aus meinem ganz eigenen Alltag heraus.
Fortsetzung folgt.

